Fehlt mal was in /boot?

Sollte jemand mal aus Versehen etwas in seiner Boot-Partition gelöscht haben, so empfiehlt es sich nach langem Überlegen, das folgende Szenario durchzusetzen, welches ich verlinke und in Kürze zusammenfasse:

sudo aptitude reinstall linux-image-$$$$VERSION$$$$-generic

Keine Ahnung wieso, aber weder apt noch dpkg noch apt-get wollten mir mein korrektes Kernelabbild inklusive der initramfs-Skripte neu installieren, weshalb nun aptitude dafür herhalten musste. Übrigens muss $$$$VERSION$$$$ selbstverständlich durch die entsprechend aktuelle Kernelversion ersetzt werden – in meinem Falle war das die 3.13.0-106.

Huawei Bootloader Unlock Code erhalten im Jahr 2016

Habe hier ein altes Ascend Y300 von Huawei herumliegen und wollte es mit einem aktuellen Android ausstatten, nachdem es im produktiven Einsatz ausgedient hat. Erste Regel dabei: Bootloader öffnen, sodass eigene Images via fastboot geflasht werden können. Doch wer sich einschlägige Seiten im Netz anliest stellt schnell fest, dass dies gar nicht so einfach ist, weil der eigentlich offizielle Weg über die chinesischen Foren nicht mehr verfügbar ist. Doch letztlich habe ich es dann doch in drei schnellen Schritten hinbekommen:

  1. Mittels E-Mail-Adresse als Kunde des EMUI-Clubs der offiziellen Huaweiseite registrieren und Adresse bestätigen (läuft in einen Seitenladefehler, aber vermutlich reicht das Triggern vollkommen aus). Das geht hier!
  2. Auf der Unlockingseite des Clubs die nötigen Daten eingeben. Produkt ist Smartphone, das Product Model entspricht in meinem Fall “HUAWEI Y300-0100” (findet sich unter Einstellungen -> Über das Telefon). Die Seriennummer ist die S/N, welche sich unterhalb des Akkus befindet. Die IMEI findet man unter Einstellungen -> Über das Telefon -> Status. Die Product ID erfährt man, wenn man in die Telefonie-Anwendung wechselt und dort die Tasten *#*#1357946#*#* eingibt. Jetzt noch das Captcha bestätigen und auf “Commit” klicken. Nach kurzer Zeit erscheint ein gelbes Feld, in welchem der 16-stellige Unlockcode erscheint.
  3. Diesen kopieren, danach in die Konsole wechseln und folgenden Befehl eingeben: “sudo fastboot oem unlock XXXXXXXXXXXXXXXX”.

Hiernach wird das Telefon einmal komplett neuformatiert, anschließend landet man wieder in der Ausgangskonfiguration. Ich selbst habe derzeit einen SlimROM Android 6.0 installiert, welcher das Telefon auf ein benutzbares Niveau beschleunigt und eigentlich auch für den täglichen Einsatz vorbereitet.

Übrigens: Es braucht natürlich ein aktuelles (letzte verfügbare Version 2.8.6.0) TWRP-Recovery zum flashen. Dies vorher herunterladen und mittels “sudo fastboot flash boot recovery.img” aufspielen. Ins Recovery gelangt man bei ausgeschaltetem Gerät mittels gleichzeitig gedrücktem Einschalt- und Lautstärke-Erhöhen-Knopf.

CEWE Fotowelt-Software unter Ubuntu 16.04

Da gibt es von CEWEs Vorzeigesoftware im Fotobuchvergleich schon eine ureigene, native Linuxversion, welche nach kurzer Textinstallation über ./install.pl auch läuft, dann scheitert es wieder an den Abhängigkeiten des aktuellen Ubuntu 16.04. Diese herauszufinden wiederum ist erst möglich, wenn man die Software via Kommandozeile startet. Dann findet man heraus, dass noch GStreamer als Pulseaudio Abhängigkeit fehlt. Doch das ist schnell behoben, wenn man das Terminal seiner Wahl öffnet (bspw. gnome-terminal) und folgendes eintippt:

sudo apt-get install gstreamer-0.10-pulseaudio

Et voila – alles rennt wie gewünscht. Den Tipp gibt’s übrigens von den Ubuntuusers.

WiimoteWhiteboard unter Linux zum Laufen bekommen

Es ist ein tatsächlich seltenes Thema, aber doch nicht gänzlich unbekannt: Interaktive Whiteboards selbst bauen mit vorhandenen Bildschirmen/Projektoren und günstigen Eingabemöglichkeiten. Fertige, marktorientierte Lösungen schlagen mit mindestens 1500,-€ zu Buche, und das ist eindeutig zu fett. Warum also nicht mal DIY?

Einschlägige, preiswerteste Lösungen funktionieren mit einer Wiimote (dem Nintendo Wii/Wii U Controller), einem Infrarotstift und spezieller Software. Doch soll diese ja, obgleich des recht betagten Alters (latest release 2010), auch noch unter aktuellen Linux-Distributionen laufen. Nur wie?

  1. Linux-Voraussetzungen beachten und die JAR-Datei patchen, wie hier beschrieben. (Letztlich nur ein zip WiimoteWhiteboard.jar libbuecove*.jar zum hineinzippen in die ursprüngliche Java-Datei)
  2. libbluetooth-dev installieren, wie hier beschrieben. (Um BlueCove im BlueZ-Stack zu verankern)

Et voilá – läuft, sitzt, wackelt und hat Luft. Zumindest auf dem von mir getesteten Asus eeePC 901.

Wenn der USB-Stick beim Kopieren aussteigt

Hatte ich persönlich noch nicht, aber letzte Woche ist es dann geschehen. Normale Kopieroperation unter Windows stoppt und Windows selbst möchte den Datenträger formatieren. Mittels Testdisk kann ich zwar noch auf die Dateien selbst zugreifen, ein diskdump hingegen funktioniert weder darüber noch manuell. Also erstmal rausfinden was los ist – GParted meldet bloß, dass der Boot Sektor defekt sei.

Also versucht von SystemRescueCD zu booten und mittels dosfsck -avw zu reparieren, doch auch hier geht es lediglich um fehlerhafte records. Doch was dann?

Testdisk stellt hier Hilfe bereit, wie man auch in der Ubuntuforums Hilfe nachlesen kann. Einfach die Schritte wie folgt ausführen, um den Bootsektor wiederherzustellen.

>Create a new log file
[Choose Disk]
>Intel/PC partition
>Advanced
[Choose Partition]
>Boot
>Repair FAT
[Accept Defaults and Write]
>(Q)uit until exited

Danach sollte auch das dosfsck -avw (automatisch reparieren, mehr Ausgabe und bitte gleich schreiben) hinhauen, so der Stick nicht physisch defekt ist. Ist es in meinem Falle aber, und da stehe ich weiterhin auf dem Schlauch. Ich befürchte, dass der Flashspeicher nun schlicht gestorben ist.

Nachtrag: Der dosfsck-Befehl hat mir die gesamte Dateistruktur zerschossen, irreparabel wohlgemerkt. Sollte ich nochmals vor dem Problem stehen, so würde ich vermutlich via Testdisk versuchen, die noch verfügbaren Dateien und Ordner wegzusichern, nachdem der Boot-Sektor repariert ist. Ebenfalls ist ein Reboot nach der Reparatur erforderlich, da Linux ansonsten die Änderungen zu spät oder nicht vollständig sieht. Da würde ich sagen: aus Fehlern gelernt.