Dosbox unter Ubuntu mit eigener Config auf dem Desktop

Tja, weil ich vor ein paar Tagen mal wieder in den vollständigen Sid Meier Rausch gefallen bin und dafür natürlich Dosbox benötige, gibts hier mal ein paar kleine Tips, wie man unter Ubuntu ebendieses Programm auch mit standardisierter eigener Config starten kann, ohne jedes mal die selben Befehle eingeben zu müssen.

Zuallererst installieren wir also über Anwendungen -> Anwendungen hinzufügen/entfernen das Programm. Schlicht Dosbox suchen und schon spuckt uns die GUI ein nettes Symbol einer Holzkiste aus. Danach gehts über kleinere Umwege: Wir starten Dosbox aus Anwendungen -> Spiele -> Dosbox und bekommen so erstmal das kleine süße Konsolenfenster mit der blauen Introhilfe. Noch ist alles auf englisch – und das soll auch bitte so bleiben. Persönlich ziehe ich aus dieser Sprache nichts arges und im Prinzip muss man die Dosboxhilfedateien auch nicht eindeutschen, denn sie sind selbsterklärend und nicht von besonders großer Relevanz, wenn man seine Config gut angepasst hat. Das Tastaturlayout stört aber doch ein wenig und nicht jeder hat über 3 Jahre Counter-Strike 1.5 gezockt, um fließend auf deutscher Tastatur in englischem Layout schreiben zu können. Also gibts ersteinmal ein schönes

keyb gr [Enter].

Aufpassen: Das englische Ypsilon liegt auf der deutschen Tastatur beim Buchstaben „z“. Nun funktioniert auch unsere Tastatur nach dem gewohnten Standard. Doch was nun. Eigentlich wollten wir ja eine eigene Config. Demzufolge gehts mal kurz in den Nautilus (oder beliebigen Dateimanager) in dem Home-Ordner, um hier einen neuen Unterordner „.dosbox“ anzulegen. Bewusst deshalb gewählt, da standardisiert alle Programme ihre Konfigurations- und Arbeitsdateien in einem versteckten Unterordner des Benutzerverzeichnisses schieben. Gesagt … getan :). Dass das mit einem Rechtsklick -> Neuen Ordner anlegen geht, muss man ja niemandem erzählen. Nun zurück in die Box und hier den Befehl

„CONFIG -writeconf /home/[USER]/.dosbox/dosbox.conf“

mit einem Return bestätigen (User ist natürlich durch den eigenen Benutzernamen auszubessern). Schaut man nun in den angelegten Unterordner, findet man endlich eine eigene Konfigurationsdatei. Schön! 😉

Der zweite Schritt ist etwas leichter. Mit einem Rechtsklick auf Anwendungen -> Spiele -> Dosbox erklärt man dem Panel, dass man einen Starter auf dem Desktop anlegen möchte. Flugs erscheint dieser auch und wir quittieren seinen Dienst direkt mit einem Rechtsklick auf ihm um dort in den Reiter Starter zu wechseln. Die Zeile „Befehl“ enthält bisher nur das Kommande Dosbox, welches wir ändern möchten. Wir ersetzen dieses also durch „dosbox -conf /home/[User]/.dosbox/dosbox.conf“ (und wieder die User-Variable ausgebessert). Ich habe auch versucht, dosbox durch ~/.dosbox/dosbox.conf auf die Datei aufmerksam zu machen, jedoch klappt dies leider nicht. Wer weiß wieso – bitte melden :). Somit wird Dosbox vom Desktop aus mit der eigenen Config geladen: Toll 😀

Schritt drei ist nun das Feintuning der Konfiguration. Mit Gedit oder beliebigem Texteditor die dosbox.conf aus dem Ordner laden und hier nach der Zeile Output unter [SDL] suchen. Mit beschleunigter 3D-Umgebung, also zum Beispiel mit genutzten restriktiven Treibern kann man hier beruhigt OpenGL eintragen – merkliche Beschleunigung des Gameplays. Weiter gehts zum [dosbox] Paragraphen und die Memsize von 16 auf 64 MB anheben. Hier kann man auch eine eigene Language-File angeben, aber wie oben beschrieben ist mir das nicht wichtig. Unter [render] kann man sehr schön mit dem Scaler und dem Frameskip herumspielen. Hier ist Neugierde gefragt – probiert einfach etwas durch und nutzt, was euch am besten gefällt. Beim Frameskip aber bitte etwas vorsichtig. In meiner Config steht er immernoch auf Null, da ich finde, dass der Spielfluss leider eingeschränkt wird. [cpu] enthält bei mir einen core=dynamic und cycles=15000. Colonization beispielsweise rennt damit wirklich wunderbar und auch für alle anderen getesteten Spiele geht das einwandfrei (LHX, LucasArts Adventures, Bundesliga Manager etc.). Ein Einwand aber: Die Hardware sollte auch leistungsstark genug sein. Die Soundeinstellungen sind uns im Prinzip egal – es funktioniert ja eh :). Im Punkt [dos] stellen wir das keyboardlayout schön auf „gr“, um den Punkt ganz am Anfang einzusparen. Und in der [autoexec] kommt die Mutter aller Dosbox-Befehle.

mount c /home/[User]

Damit wird nun jedesmal als Laufwerk c:>\ das Stammverzeichnis von uns eingebunden. Variiert hier, wie es euch beliebt, fügt Laufwerke (beispielweise für Cd-Rom und Co.) hinzu oder verweist auf euer Dosspielverzeichnis. Nach dem abspeichern der Datei ist nun alles in Butter und Dosbox läuft von nun an aus dem Starter mit eurer eigenen Konfigurationsdatei – herzlichen Glühstrumpf :).

Interessante weitere Infos findet man in der Dosboxwiki.

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