Sonntag, 11. Januar 2009 at 19:14
Vorhin las ich auf Ubuntuusers.de einen Artikel ĂŒber die Aussage von Ted Ts’o, ehemaliger Debianmitarbeiter und auf Grund des Streits um die Unverletzlichkeit der Freiheit von proprietĂ€rerer Pakete in Debian nun nicht mehr mit an Bord. Dabei fiel mit folgendes auf:
Ted Ts’o ist jedoch der Meinung, dass selbst so absolut ausgesprochene SĂ€tze, wie das Gebot “Du sollst nicht stehlen.”, in der RealitĂ€t Ausnahmen zu lassen. So sei es durchaus akzeptabel, wenn ein verhungernder Mensch Lebensmittel stehle. Nach der Ansicht von Theodore Ts’o sei “100% freie Software” ein wunderbares Ziel, allerdings stĂ€nden Menschen und ihre BedĂŒrfnisse ĂŒber Hard- und Software.
Dabei kam mir folgender Gedanke: NatĂŒrlich ist Mundraub nicht im Gebot explizit ausgeschlossen, doch die 10 Gebote erklĂ€ren kontextuell, dass es dazu ĂŒberhaupt nicht kommen darf. Sogar deinen Feind sollst du lieben, sollst ihn damit auch vor dem Tode bewahren und ihm zu Essen geben. So gedacht Ă€ndert sich aufeinmal auch die vollstĂ€ndige Richtung der Tatsachen. Meine Idealvorstellung sĂ€he wie folgt aus: Ich stimme Ts’o zu, allerdings unter PrĂ€misse der idealen Selbstaufgabe. Damit meine ich Pragmatismus in seiner höchsten Form. Wenn ich Software jeglicher Art in meine Distribution einpflege, damit der Benutzer relevante Dinge auch entsprechend nutzen kann, dann sollte ich das tun – denn genau das ist Usability, unabhĂ€ngig von Freiheit. Entstehen quelloffene, freie Alternativen, ersetze ich die vormals unfreien Pakete eben mit diesen. Aber kurioserweise bin ich mit dieser Einstellung zu wenig systemkritisch. Am besten wĂ€re es immernoch, jegliche Software auf dieser Welt wĂ€re FOSS, dann wĂŒrde es gar nicht erst zur Diskussion kommen. Und Betriebssysteme hĂ€tten Namen wie Walhalla, paraĂso und Elysium …
Ăbrigens, der onframe ist nun entfernt, ich denke ein Jeder hat die Aussage des ganzen verstanden.